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Franz Tieber, geb. 1955, Blogger (Lyrik u. a., bspw. Aphoristik, Fotografie, Grafik, Brettspiele-Autor). Wien, Austria

Love

A gander can chatter well,
and the child at the fence
marvels at him promptly.
Perhaps because then a white faun
shows him how geese chatter.

And the child jumps up and rejoices wildly
about how big white birds do.
The faun - he is coming.
The child is frightened in its shoes,
what's in it, aren't feet like this image.

Love rejoices in its equals;
It seeks the heart that bounces
when it devotes itself to what makes sense.
And from the bottom of the soul hatches
a goose chick that won't leave her mother.


Ein Ganter kann gut schnattern
und das Kind am Zaun
bestaunt ihn prompt.
Vielleicht, weil dann ein weißer Faun
ihm auch noch zeigt, wie Gänse schnattern.


Und das Kind springt hoch und freut sich wild
daran, wie große weiße Vögel tun.
Der Faun - er kommt.
Das Kind erschrickt in seinen Schuh´n,
was darin ist, sind Füße nicht nach diesem Bild.

Die Liebe freut sich über ihresgleichen;
sie sucht das Herz, das hüpft,
wenn es dem Sinne frommt.
Und aus dem Seelengrunde schlüpft
ein Gänseküken; von der Mutter nicht will´s weichen.

Des Namenlosen

無名の

"目には見えても、日本は美しすぎて形容しがたい、
顔は言葉を発しない、日本を見たら言葉は無用になる、
鶴がゆったりと飛ぶさま、その品位が日本にふさわしい、
夢はいらない、日本が夢そのものだから。"

The Nameless's

Japan,
the Nameless's eyes
don't know how to bode,
what his face
will see speechlessly:

your cranes fly
without haste
to the land of his non-dreams.
Japan,
des Namenlosen Augen
wissen nicht zu deuten,
was sein Gesicht
wird sprachlos sehen:

deine Kraniche fliegen
ohne Hast
ins Land seiner Nicht-Träume.


Übersetzung ins Japanische: Dr. Johanna Aoki

Erika im Topf - immer kühl im Kopf, bei jedem Wetter

Ach Erika! - O Erika!
Wir ziehen nach Amerika!
Wir kaufen uns dort ein kleines Haus
und blicken aus dem Fenster raus!

“Ich brauche die Generika!”,
entgegnet mir da nun Erika,
“Wie komme ich ohne diese aus
dort drüben in dem kleinen Haus?”

Und ich, vom Geistesblitz betört,
erkenne: “Dies ist unerhört -
wir müssen, genau uns überlegend,
wissen, was mit muss in die Gegend.”

 


	

Dem Sänger andrer Zunge - To the Singer of Other Tongue

Wenn du die Dichter deiner Heimat nicht verstehst:
o geh zum Fremden, dem Sänger andrer Zunge,
dir, was geschrieben ist, zu sagen neu;
auf dass in deinem Busen glühend heiß
die Liebe deinem Vaterhaus und Lande noch entbrenne.

If you do not understand the poets of your homeland:
o go to the stranger, the singer of another tongue,
to tell you anew what's written:
so that in your bosom glowing hot
the love of your father's house and country
will still burn.

Anständige und naturnahe Bodenhaltung ◦ Reasonable free run husbandry (Satire)

Schon naht meine Sehnsucht dich zu füttern,
die du mein Herz erfreust und meine Wege;
dein Feind ist mein Feind - der Falke über der Stadt.

Ich habe ihn lautlos nahen gesehn, einen Räuber des Friedens.
Er gleitet herbei - unverhofft und tückisch;
ungewöhnlich scharf sind Schnabel und Krallen.

Ich werde mich schützend vor dich werfen, Kleine;
niemals werde ich zulassen, dass du erschrickst.

My longing to feed you is approaching,
who gladeth my heart and my ways;
Your enemy is my enemy - the falcon above the city.

I have seen him silently approaching, a robber of peace.
Hither he slithers - unexpectedly and treacherously;
unusually sharp are beak and claws.

I will throw myself in front of you protecting you, little one;
I will never allow you to be frightened.

Um mich aus der Fassung zu bringen...

bedarf es schon mancherlei....

Aber   e i n   Antivirenprogramm-Hersteller hat es tatsächlich geschafft!

Der gemeint ist, weiß es.

Wenn   i c h   einmal "Times New Roman" einsetze, dann....  Ich erspare mir die Mühe.

Da wird man bei der Installation einfach am Schopf gepackt... Wehe, du hast nicht deine Brille auf! Wenn überhaupt, werden Entscheidungsfragen so klein dargestellt, dass selbst eine Obstmücke daneben mit ihrer Größe prahlen könnte (gilt mehr noch für Benützungsbedingungen!).
Da krallen sich also die Fänge des Installationsadlers in deinen krausen Haarschopf.
Flllllup! Schon ist deine Startseite im Browser weg....
Flllllup! Poppt ein Rechteck auf am Bildschirm, durch das sich eine erste Gehirnwäsche über dich ergießt. Deine einzige Chance, psychisch zu überleben, ist die Flucht weg vom Bildschirm hin zum Kühlschrank. Mit der Bierdose in der Hand erholst du dich AFK (Akronym für EntAFfung aus Komputer-induzierten psychischen Erkrankungen) - irgendwie heimlich und leise hoffend, dass dein Trauma vielleicht morgen sich aufgelöst haben wird.

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Kein Schwert führt Er - He does not Wield a Sword

Und ein Tag wird sein, an dem das Licht der Sonne
alle Knoten wird beleuchten, die uns fesseln;
Und es wird ein König kommen mit behenden Fingern,
sie zu lösen. Kein Schwert führt Er,
Sein Lächeln nur auf Seinen Lippen.

 

And a day will be with the bright sun
shedding light on the knots which chained us long;
And a king will come with nimble fingers
to dissipate the snarls. He does not wield a sword,
His smile solely is playing in his lips.

Zu Tschaikowskys Cherubinischem Lobgesang

YouTube, “Tchaikovsky - Hymn of the Cherubim”:

Unterschiedliche Interpretationen kann man genügend viele finden:

Der in höchstem Maß gottfeierliche Cherubinische Lobgesang gehört in seiner Vertonung durch Tschaikowsky zur Gattung der musikalischen Großgeschütze! An der Seite der ruhmreichen Schöpfungen solcher Musik, hat dieser Hymnus seinen Meister insofern gefunden, als er, angereichert mit der ganzen Last der unantastbaren liturgischen Vorgeschichte, einen Künstler findet, der ihm eine neue Robe anmisst.

Und da der Großmeister der russischen Symphonik eben ein Künstler ist und dies gerade als einer, der diese Bezeichnung auch verdient, ist das Ergebnis seiner Arbeit mit diesem Traditionsjuwel bis zu einem gewissen Grad gekünstelt zu nennen, aber doch immer in einem guten Sinn.

Mehr aber ist hervorzuheben, dass die fuchsige Routiniertheit Tschaikowskys es schafft, jenes demutsvolle Sich-Verneigen des Menschen vor Gott durchaus mit einzubringen.

Die Interpretation hin zum genuinen Sitz im Leben dieses Hymnus letztendlich wird aber doch abhängen von jener ontischen Schwere, die die Sänger selber verinnerlicht haben in ihrem lebenslangen Stehen vor Gott.