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Des Namenlosen

無名の

"目には見えても、日本は美しすぎて形容しがたい、
顔は言葉を発しない、日本を見たら言葉は無用になる、
鶴がゆったりと飛ぶさま、その品位が日本にふさわしい、
夢はいらない、日本が夢そのものだから。"

japan,
des namenlosen augen
wissen nicht zu deuten,
was sein gesicht
wird sprachlos sehen:

deine kraniche fliegen
ohne hast
ins land seiner nicht-träume.


Übersetzung ins Japanische: Dr. Johanna Aoki

Um mich aus der Fassung zu bringen...

bedarf es schon mancherlei....

Aber   e i n   Antivirenprogramm-Hersteller hat es tatsächlich geschafft!

Der gemeint ist, weiß es.

Wenn   i c h   einmal "Times New Roman" einsetze, dann....  Ich erspare mir die Mühe.

Da wird man bei der Installation einfach am Schopf gepackt... Wehe, du hast nicht deine Brille auf! Wenn überhaupt, werden Entscheidungsfragen so klein dargestellt, dass selbst eine Obstmücke daneben mit ihrer Größe prahlen könnte (gilt mehr noch für Benützungsbedingungen!).
Da krallen sich also die Fänge des Installationsadlers in deinen krausen Haarschopf.
Flllllup! Schon ist deine Startseite im Browser weg....
Flllllup! Poppt ein Rechteck auf am Bildschirm, durch das sich eine erste Gehirnwäsche über dich ergießt. Deine einzige Chance, psychisch zu überleben, ist die Flucht weg vom Bildschirm hin zum Kühlschrank. Mit der Bierdose in der Hand erholst du dich AFK (Akronym für EntAFfung aus Komputer-induzierten psychischen Erkrankungen) - irgendwie heimlich und leise hoffend, dass dein Trauma vielleicht morgen sich aufgelöst haben wird.

'o'   ~^~   °O°   ~^~   'o'


Zu Tschaikowskys Cherubinischem Lobgesang

YouTube, “Tchaikovsky - Hymn of the Cherubim”:

Unterschiedliche Interpretationen kann man genügend viele finden:

Der in höchstem Maß gottfeierliche Cherubinische Lobgesang gehört in seiner Vertonung durch Tschaikowsky zur Gattung der musikalischen Großgeschütze! An der Seite der ruhmreichen Schöpfungen solcher Musik, hat dieser Hymnus seinen Meister insofern gefunden, als er, angereichert mit der ganzen Last der unantastbaren liturgischen Vorgeschichte, einen Künstler findet, der ihm eine neue Robe anmisst.

Und da der Großmeister der russischen Symphonik eben ein Künstler ist und dies gerade als einer, der diese Bezeichnung auch verdient, ist das Ergebnis seiner Arbeit mit diesem Traditionsjuwel bis zu einem gewissen Grad gekünstelt zu nennen, aber doch immer in einem guten Sinn.

Mehr aber ist hervorzuheben, dass die fuchsige Routiniertheit Tschaikowskys es schafft, jenes demutsvolle Sich-Verneigen des Menschen vor Gott durchaus mit einzubringen.

Die Interpretation hin zum genuinen Sitz im Leben dieses Hymnus letztendlich wird aber doch abhängen von jener ontischen Schwere, die die Sänger selber verinnerlicht haben in ihrem lebenslangen Stehen vor Gott.

 

 

Zum Muttertag

Wie sehr
freue ich mich schon
auf meine neue Freiheit,
wenn ich meine eigene Wohnung beziehe!

Ich werde selber
die Klopapierrolle wechseln
und den Vorleger vor der Muschel
mit dem Staubsauger
von den Fusseln befreien; vor allem aber
von den langen Haaren.

Wie sehr danke ich dir, Mama,
da du mich
zur Selbstständigkeit erzogen hast; alles
hast du mir damit gegeben.

Den Säugling
hast du in deine Arme genommen
und liebkost.

Damit
hast du mich zur Liebe befreit.
Das Letzte
in der aufopfernden Liebe
war das natürlich noch nicht;

Aber das Erste
für achtzig Jahre -
für hundert vielleicht -
der Liebe zu Gott.

Trisselwand

„Die Sprisselwand*", wiederholte der junge Mann aus Graz, als er zum ersten Mal von der Trisselwand hörte, der Steilwand beim Altausseer See. Und fügte dann noch sinnierend hinzu: „ - lustiger Name...“
Somit stellte er wohl ein für alle Mal klar, dass auch nicht jeder Steirer alles über die Steiermark weiß.

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* Zum Ausdruck "Sprissel" (Leitersprosse) siehe hier.

Sprüche klopfen, ...

...klopfend Sprüchen
Bilder leihen;
leiernd sprechen
Klopfer im Maien.

Zum nächsten Maibaum: viele Sprüche den Klopfern im Mai...!

Und weil "opf" so schön ist, noch ein Spruch (dient zu nichts, höchstens dem Phantasietraining):

Quarkkrapfen natürlich (und solche mit Topfen -
nicht zu vergessen - ), die aus dem Kraftopfertopf kommen,
opfert quadratkopftapfer man dem Quartklopfer,
bis die Karpfen, dem armen Tropf begegnend,
ihm kopfüber in den Kropf hüpfen.

Éder und Portugal

Ich dachte immer, dass auch Portugal zu den Nationen zählt, die, falls es zulässig ist, eine ganze Nation mit einer Allegorie zu belegen, ich in die Schublade der „Heißsporne“ legen würde.

Nun hat sich aber gezeigt, dass es mit den Portugiesen doch ein bisschen anders ist.

Das Tor von Éder hat mich nämlich für alles entschädigt, was ich die ganze EM hindurch gelitten habe.

Dabei bin ich ja eigentlich keiner, den Fußball überhaupt jemals interessiert hat.

Meine Frau hat mir gedroht, falls ich weiterhin wie Diogenes im Fass lebe, gibt sie mir die „rote Koartn“, wie schon einmal gedacht und vor allem gesungen in einem Wiener Schlager der volkstümlichen Musik.

Also lege ich Pfötchen vor ihr und leide und leide und leide: mangels fußballerischen Vorwissens bilden sich meine Sympathien nur nach anderen Gesichtspunkten - wie etwa nach der Schönheit der Nationalhymnen oder den Gesichtern der Spieler und insofern hat auch die Wahl des Wortes „Gesichtspunkt“ eine deutliche Berechtigung.

Im Laufe der Wochen merke ich, dass ich doch auch selber mich für diese Welt ereifern kann - und meiner Meinung nach gar nicht einmal schlecht - dafür, dass ich ein Laie des runden Leders bin? ...!

Zuerst muss ich natürlich auf der Seite der Österreicher sein. Dann bin ich der Meinung, dass den Heißspornen des Südens - wer auch immer dazugerechnet werden solle - ein Eisbeutel in die Hose gesteckt werden müsse und zuletzt bin ich mir darüber im Klaren, dass mir anstatt der Franzosen eigentlich die Portugiesen lieber sind.

Aber dass alle Leiden dieser sommerlichen Fußballzeit 2016 wett gemacht werden würden durch ein einziges Glück erst im Finale, ist mir bis auf Weiteres noch nicht klar - denn, zu wem auch immer ich halte - „meine“ Mannschaft ist stets die Verliererin.

Meine Frau sagt zu mir: „Geh zu deinem Computer! - Immer wenn du die Mannschaft favorisierst, die auch ich befeuere, verliert sie!“

Ja, das ist wirklich bejammernswert, denke ich im Stillen. Hätte ich doch zu Diogenes´ Zeiten gelebt! - und nach ein paar Sekunden frage ich sie: „Du meinst, ich darf wirklich...?“

Da meine Frau mich nur allzu gut kennt, sagt sie daraufhin nichts. Aber auch ich kenne sie nur allzu gut. Ich ziehe es vor, doch beim Fernseher zu bleiben. Und das ist auch beim Finale noch so. Es muss durchgehalten werden.

Denn - als ich dafür letztendlich belohnt werde, schlummert meine Frau neben mir auf dem Sofa schon ganz sanft.