Kornkammern des Sommers

Erster
herbstlicher Hauch
als Berührung der Hand
am Land...

Aus den Kornkammern des Sommers
gleitet dein Lächeln herüber;
die Früchte der Erde schimmern gold und purpurn;
vom Leiern der Motoren
wären auch Straßenlibellen
zum Schlummer bereit.

Entlang den Birnenhain diese Stunde!
Es spielen ein paar Kinder -
und Hunde.

Die Wälder haben Kerzen zur Andacht
gesammelt; aufrecht die Mysten
da, zwischen den Bäumen
versammelt, in Räumen...

So ist es. Die leisen
Vögel
verlassen die Schneisen
zum Apfelgrün.
Es ruft uns ins Haus - so kühn -

von den Bergen
ein unbekannter Wind.

Die Trauerweiden
haben ihre Trauer bescheiden
in die Ecke gelegt;

den Mägden und Knechten
von Herzensgerechten
werden Sagen
von morgen gegeben:
Licht, was sie wagen...

 

3 Gedanken zu „Kornkammern des Sommers“

  1. Ein wunderschönes Gedicht! Alles Beschriebene kann ich mir bildlich vorstellen und auch die Gefühle empfinden, die sie im Herzen wecken.
    Wie du auch schon auf meinem Blog erwähntest, passt auch die Straßenlibelle sehr gut zu mir, weshalb mich auch unter anderem gerade die Verse über diese Libelle zum Nachdenken anregen.
    Überhaupt ist es ein Gedicht, das man immer und immer wieder lesen kann, um darüber nachzudenken. Danke, dass ich es entdecken durfte!

    Ich freue mich auf ein Wiedersehen, auch wenn ich leider erst nach so einer langen Zeit dazu kam, mir dein Gedicht in Ruhe zu Gemüte zu führen.

    Liebe Grüße aus Bad Sooden-Allendorf in Nordhessen
    Julia Stumpf

    1. Ja, und ob!

      Ich bin kein gelernter Poesiekenner. Auch habe ich keine gescheiten Abhandlungen verfasst, und von den Wandelwegen der Peripatetiker bzw. von anderen Orten hochlöblicher Wissenschaft und Kunst darf ich nur träumen...
      Ich muss mich daher auf dieses „Ja, und ob!“ stützen: Teso (=straff)! Stretto - so wie in einer dynamische Fuge in der Musik, wäre zuviel von dem, was ich als Impression aussagen und an die Frau bringen möchte...

      Homogenität, dann, verspüre ich in dem Sinn, dass ich dieses zarte Anklingen an jenen Kunstgriff der Fuge zumindest dahingehend räsonierend weiter verzieren kann.

      Dein Libellen-Fühlen kommt durch zwischen den Bildern!
      Lass wieder solch Flügelrauschen dröhnen! (Oder -säuseln, je nachdem...)

      Alles Liebe von Ra, die buk,
      und von Franz, ihrem mondischen Himmelskörper, auf dem sie wohnt...

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